18. Juni 2011

17. Juni 2012, von admin in ARCHIV, Juni

 

Dem Prüfer von der DEKRA fiel die Kinnlade runter. Mit diesem Fahrlehrer musste er ein ernstes Wort reden! Das hätte der doch längst beanstanden müssen… Nun war er sich nicht mehr sicher, ob er diese Prüfung überhaupt durchführen würde.

Dieser Fahrschüler hier war gerade mal achtzehn Jahre alt und erzählte ihm – so als wäre nichts dabei – dass er bereits mit Dreizehn sein erstes Auto besessen habe. Er schien sogar stolz darauf, jedes Jahr ein neues gehabt zu haben.

Eigentlich wollte er nur ein bisschen Smalltalk mit diesem Prüfling führen, solange sein Fahrlehrer auf sich warten ließ, denn die Führerscheinanwärter waren meist aufgeregt und machten dann Fehler, die ihnen sonst nicht unterlaufen wären. Doch dieser hier erzählte locker und frei heraus, sein letztes Auto habe er damals, vor sechs Wochen, leider verschrottet. Dem Prüfer verschlug es nun endgültig die Sprache. In diesem Moment kam der Fahrlehrer endlich angerauscht.

Nach einer kurzen Entschuldigung wegen seiner Verspätung, wies er die beiden Wartenden an, sich ins Auto zu setzen. Der Prüfer wollte intervenieren, doch der Lehrer wendete sich in diesem Moment an seinen Schüler: Und nicht vergessen – wir sind hier nicht beim Seifenkistenrennen auf dem Fockeberg. Der Schüler setzte fort, indem er seinen Lehrer zitierte: Und dran denken – im Leben geht es nicht immer nur bergab.

AM  MARTIN – LUTHER – RING

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